Was brauchen Katzen wirklich? Die Grundlagen der artgerechten Katzenernährung
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Viele Katzenhalter stehen früher oder später vor derselben Frage: Was braucht meine Katze eigentlich wirklich, um gesund zu bleiben? Zwischen Trockenfutter, Nassfutter, getreidefrei, „Premium“-Labels und widersprüchlichen Empfehlungen fällt es besonders Einsteigern schwer, den Überblick zu behalten. Fakt ist: Katzen haben sehr spezielle Ernährungsbedürfnisse – und nicht jedes Futter wird diesen gerecht. Eine falsche Nährstoffzusammensetzung kann langfristig zu Übergewicht, Organproblemen oder Mangelerscheinungen führen.
Katzen sind obligate Karnivoren – das bedeutet, ihr Körper ist evolutionär darauf ausgelegt, Nährstoffe fast ausschließlich aus tierischen Quellen zu beziehen. Zahlreiche veterinärmedizinische Studien und Empfehlungen von Tierärzten zeigen, dass Fehler in der Katzenernährung zu den häufigsten Ursachen für chronische Gesundheitsprobleme zählen, darunter Nierenerkrankungen, Diabetes oder Zahnprobleme.
In diesem Artikel erfährst du die grundlegenden Bausteine einer artgerechten Katzenernährung: Welche Nährstoffe unverzichtbar sind, in welchen Mengen sie vorkommen sollten, welche Inhaltsstoffe problematisch sind – und wie du gesundes Katzenfutter sicher erkennst. So triffst du fundierte Entscheidungen für ein langes, gesundes Katzenleben
Themenübersicht
Dies sind nur grobe Richtlinien, jede Katze ist individuell und hat unterschiedliche Bedürfnisse. Sprich es bei Besonderheiten bitte mit deinem Tierarzt ab.
Warum Katzenernährung so speziell ist
Katzen sind obligate Fleischfresser und benötigen Nährstoffe, die fast ausschließlich in tierischen Produkten vorkommen – ihr Stoffwechsel ist nicht auf pflanzliche Ernährung ausgelegt.
Im Gegensatz zu Hunden können Katzen viele lebenswichtige Nährstoffe nicht selbst synthetisieren. Dazu zählen unter anderem Taurin, Vitamin A in aktiver Form und Arachidonsäure. Ihr Verdauungssystem ist kurz, ihre Enzymausstattung spezialisiert – alles Hinweise darauf, dass Beutetiere (Mäuse, Vögel) das natürliche Vorbild sind.
Schlussfolgerung
- Hoher Bedarf an tierischem Protein
- Geringe Toleranz für Kohlenhydrate
- Hoher Feuchtigkeitsbedarf über die Nahrung
Protein – der wichtigste Nährstoff für Katzen
Erwachsene Katzen benötigen mindestens 30–40 % Rohprotein in der Trockensubstanz, idealerweise aus hochwertigen tierischen Quellen.
Warum Protein so essentiell ist
Protein liefert Aminosäuren, die für:
Muskelaufbau und -erhalt
Immunsystem
Haut, Fell und Krallen
Enzym– und Hormonproduktion
unverzichtbar sind.
Worauf du achten solltest
hochwertiger Proteinbedarf:
- Muskelfleisch wie Rind, Pute und Huhn
- Herz und Leber nur in moderaten Mengen
- Fisch, jedoch nicht ausschließlich
Problematisch:
- Pflanzliche Proteine wie Soja oder Erbsenprotein als Hauptquelle
- Tierische Nebenerzeugnisse“ ohne klare Deklaration
Hoher Feuchtigkeitsbedarf über die Nahrung:
- Nassfutter: ≥ 8–12 % Rohprotein
- Trockenfutter: ≥ 30–40 % Rohprotein
Fette: Energiequelle und Zellschutz
Fette sollten ca. 15–25 % der Energiezufuhr ausmachen und essenzielle Fettsäuren enthalten.
Funktionen von Fett
Hochkonzentierte Energie
Aufnahme fettlöslicher Vitamine
Gesunde Haut & glänzendes Fell
Entzündungshemmende Wirkung von Omega-3
Gute Fettquellen
Geflügelfett
Lachsöl
Fischöl
Zu viel Fett kann jedoch Übergewicht begünstigen – Balance ist entscheidend.
Kohlenhydrate: Braucht eine Katze sie wirklich?
Nein – Katzen haben keinen physiologischen Bedarf an Kohlenhydraten.
Warum sie trotzdem im Futter landen
Kostengünstiger Füllstoff
Technisch nötig für Trockenfutter
Verlängert Haltbarkeit
Empfehlung
- Nassfutter: < 5 % Kohlenhydrate
- Trockenfutter: möglichst < 20 %
Risiken durch Kohlenhydrate
- Übergewicht & Verdauungsprobleme
- Diabetes mellitus
Vitamine und Mineralstoffe: klein, aber lebenswichtig
Vitamine und Mineralstoffe müssen in exakt abgestimmten Mengen enthalten sein – Über- und Unterversorgung sind gleichermaßen gefährlich.
Wichtige Mikronährstoffe
Calcium & Phosphor: Knochen & Zähne (optimales Verhältnis ca. 1,2:1)
Vitamin A: Sehkraft, Haut (nur tierische Quelle!)
Vitamin D: Kalziumstoffwechsel
Zink & Eisen: Immunsystem & Blutbildung
Deshalb ist unausgewogene Eigenfütterung ohne Supplemente riskant.
Taurin – der unterschätzte Schlüsselstoff
Taurin ist für Katzen lebensnotwendig und muss täglich über die Nahrung aufgenommen werden.
Richtwert:
Nassfutter: ≥ 0,1 %
Trockenfutter: ≥ 0,2 %
Folgen eines Taurinmangels
- Herzmuskelerkrankung (DCM)
- Netzhautdegeneration → Erblindung
- Fruchtbarkeitsprobleme
Wasser & Feuchtigkeit: oft unterschätzt, extrem wichtig
Katzen nehmen Wasser bevorzugt über die Nahrung auf – Nassfutter unterstützt die Nierengesundheit deutlich besser.
Warum das so wichtig ist
Katzen trinken von Natur aus wenig
Chronische Nierenerkrankungen sind häufig
Harnsteine entstehen bei zu konzentriertem Urin
Empfehlung
Hauptsächlich Nassfutter füttern
Mehrere Wasserstellen anbieten
Trinkbrunnen nutzen
Hinweis: dieses Thema wird in einem separaten Artikel im detail behandelt
Vitamine und Mineralstoffe: klein, aber lebenswichtig
Idealwerte (Trockensubstanz)
Protein: 30–45 %
Fett: 15–25 %
Kohlenhydrate: < 10 %
Feuchtigkeit (gesamt): möglichst hoch
Diese Werte orientieren sich am natürlichen Beutetier.
Häufige Fehler in der Katzenernährung
Zu viel Trockenfutter
Unklare Deklarationen
„Getreidefrei“ ≠ automatisch gesund
Falsche Portionsgrößen
Zu viele Snacks
Weniger ist oft mehr – Qualität vor Quantität.
Fazit: Die Basics richtig umsetzen
Eine artgerechte Katzenernährung basiert nicht auf Trends, sondern auf biologischen Fakten. Hochwertiges tierisches Protein, ausreichend Fett, minimale Kohlenhydrate, essentielle Mikronährstoffe und genügend Feuchtigkeit bilden das Fundament für ein gesundes Katzenleben. Wer die Grundlagen versteht, kann Futter kritisch bewerten und bewusste Entscheidungen treffen – zum Wohl der Katze
Achtest du beim Katzenfutter eher auf die Zutatenliste oder auf Marketingbegriffe?
Hier gehts zum Vergleich zwischen Nass und Trockenfutter
Und hier zu den basics der Hundeernährung
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