Nassfutter oder Trockenfutter – was ist besser für Katzen?

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~10–12 Minuten Lesezeit

Kaum ein Thema sorgt bei Katzenhaltern für so viel Unsicherheit wie die Frage: Nassfutter oder Trockenfutter – was ist wirklich besser für meine Katze? Beide Futterarten haben ihre Fans, beide haben klare Vor- und Nachteile – und beide können, richtig eingesetzt, Teil einer gesunden Katzenernährung sein.

Katzen sind obligate Fleischfresser mit sehr speziellen Ernährungsbedürfnissen. Eine falsche Futterwahl kann langfristig zu Problemen wie Übergewicht, Nierenerkrankungen, Diabetes oder Harnwegserkrankungen führen. Tierärzte und Ernährungsexperten sind sich einig: Die Entscheidung sollte nicht aus Bequemlichkeit, sondern auf Basis der physiologischen Bedürfnisse der Katze getroffen werden.

In diesem Artikel vergleichen wir Nassfutter und Trockenfutter direkt, ehrlich und fundiert – damit du am Ende genau weißt, welche Fütterung für deine Katze die beste ist.

Dies sind nur grobe Richtlinien, Katzen sind individuell und können unterschiedliche Bedürfnisse haben. Sprich es bei Besonderheiten bitte mit deinem Tierarzt ab.

Warum diese Frage überhaupt so wichtig ist

Katzen trinken von Natur aus wenig. In freier Wildbahn decken sie bis zu 70–80 % ihres Flüssigkeitsbedarfs über die Nahrung. Industrielles Katzenfutter hat diesen natürlichen Mechanismus stark verändert.

Genau hier liegt der Kern der Diskussion:

Wie gut unterstützt das jeweilige Futter die natürliche Biologie der Katze?

Nassfutter für Katzen – Zusammensetzung & Grundlagen

Was ist Nassfutter?

Nassfutter besteht typischerweise aus:

  • 70–85 % Feuchtigkeit

  • Fleisch, Innereien, Brühe

  • Vitaminen & Mineralstoffen

Typische Nährwerte (Richtwerte):

  • Protein: 8–12 % (entspricht ca. 35–50 % in der Trockensubstanz)

  • Fett: 4–7 %

  • Kohlenhydrate: meist unter 5 %

Nassfutter kommt der natürlichen Beute einer Katze am nächsten.

Vorteile von Nassfutter

1. Optimale Versorgung von Flüssigkeit

  • Unterstützt Nieren & Harnwege

  • Reduziert Risiko für Blasensteine

  • Besonders wichtig für ältere Katzen

2. Hoher Fleischanteil

  • Hochwertiges tierisches Protein

  • Bessere Aminosäurenversorgung (z. B. Taurin)

3. Geringere Energiedichte

  • Größeres Volumen

  • Bessere Sättigung

  • Ideal für Wohnungskatzen & übergewichtige Katzen

4. Hohe Akzeptanz

  • Intensiver Geruch

  • Weiche Konsistenz

  • Auch für Senioren & Zahnprobleme geeignet

Nachteile von Nassfutter

1. Höhere Kosten

  • Teurer pro Kilogramm

  • Qualität macht großen Unterschied

2. Kürzere Haltbarkeit

  • Geöffnete Dose max. 24–48 Std. im Kühlschrank

  • Nicht ideal für „Dauerfütterung“

3. Zahnreinigung – ein Mythos

  • Nassfutter reinigt keine Zähne

  • Aber: Trockenfutter tut das meist auch nicht (dazu gleich mehr)

Trockenfutter für Katzen – Zusammensetzung & Grundlagen

Was ist Trockenfutter?

Trockenfutter enthält:

  • 6–10 % Feuchtigkeit

  • Getrocknete Proteinquellen

  • Stärke als Bindemittel (z. B. Kartoffel, Reis, Mais)

Typische Nährwerte:

  • Protein: 25–35 %

  • Fett: 10–20 %

  • Kohlenhydrate: oft 30–50 %

Trockenfutter ist ein hochverarbeitetes Produkt, das sich stark von natürlicher Nahrung unterscheidet.

Vorteile von Trockenfutter

1. Günstiger

  • Niedriger Preis pro Kalorie

  • Weniger Abfall

2. Beschäftigungseffekt

  • Kann in Futterspielzeugen genutzt werden

  • Fördert Aktivität (bedingt)

3. Praktisch & haltbar

  • Lange Lagerfähigkeit

  • Einfach zu portionieren

  • Ideal für Futterautomaten

Nachteile von Trockenfutter

1. Extrem niedriger Feuchtigkeitsgehalt

  • Katzen gleichen das nicht ausreichend durch Trinken aus

  • Erhöht Risiko für:

    • Nierenerkrankungen

    • Harnsteine

    • Blasenentzündungen

2. Hoher Kohlenhydratanteil

  • Katzen benötigen keine Kohlenhydrate

  • Belastung für Stoffwechsel & Bauchspeicheldrüse

  • Erhöht Diabetes-Risiko

3. Hohe Energiedichte

  • Kleine Mengen = viele Kalorien

  • Übergewicht entsteht oft schleichend

4. Zahnargument ist überschätzt

  • Trockenfutter zerbröselt meist sofort

  • Keine echte mechanische Zahnreinigung

Nassfutter vs. Trockenfutter – der direkte Vergleich

Thema

Nassfutter

Trockenfutter

Feuchtigkeit

Fleischanteil

Kohlenhydrate

Nierenfreundlich

Alltagstauglich

Kosten

Nassfutter vs. Trockenfutter – der direkte Vergleich

Feuchtigkeit

Nassfutter

Trockenfutter

5/5

1/5

Fleischanteil

Nassfutter

Trockenfutter

4/5

2/5

Kohlenhydrate

Nassfutter

Trockenfutter

4/5

1/5

Nierenfreundlichkeit

Nassfutter

Trockenfutter

5/5

1/5

Alltagstauglich

Nassfutter

Trockenfutter

2/5

4/5

Kosten

Nassfutter

Trockenfutter

2/5

4/5

Was ist nun besser für Katzen?

Die klare, ehrliche Antwort:

Nassfutter ist für Katzen biologisch die bessere Wahl.

Es unterstützt:

  • Flüssigkeitshaushalt

  • Organgesundheit

  • Natürliches Fressverhalten

Trockenfutter ist nicht per se „giftig“, aber:

  • sollte nicht die Hauptnahrung sein

  • nur gezielt & bewusst eingesetzt werden

Ist eine Mischfütterung sinnvoll?

Ja – unter bestimmten Bedingungen

Eine Kombination kann funktionieren, wenn:

  • Nassfutter den Hauptanteil bildet (mind. 70–80 %)

  • Trockenfutter:

    • hochwertig ist

    • proteinreich

    • kohlenhydratarm

  • Trockenfutter nicht frei verfügbar ist

Dauerhaftes „All-you-can-eat“-Trockenfutter ist nicht empfehlenswert.

Wie erkenne ich hochwertiges Nass- und Trockenfutter?

Gute Kriterien für beide:

✔ Klare Deklaration (z. B. „70 % Huhn“)
✔ Keine Zuckerzusätze
✔ Kein Karamell, keine Lockstoffe
✔ Taurin enthalten (mind. 1.000 mg/kg)

Richtwerte:

  • Protein (Trockensubstanz): ≥ 40 %

  • Kohlenhydrate: möglichst < 10 %

Welche Katzen profitieren besonders von Nassfutter?

  • Wohnungskatzen

  • Senioren

  • Übergewichtige Katzen

  • Katzen mit Nieren- oder Harnwegsthemen

  • Katzen, die wenig trinken

Für diese Gruppen ist Nassfutter nahezu alternativlos.

Fazit: Nassfutter oder Trockenfutter?

Nassfutter ist kein Trend, sondern die artgerechteste Fütterungsform für Katzen. Trockenfutter kann ergänzen, aber nicht ersetzen. Wer langfristig denkt, entscheidet sich für Qualität, Feuchtigkeit und biologisch sinnvolle Zusammensetzung.

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