~10–12 Minuten Lesezeit
Leckerlis gehören für viele Katzenhalter ganz selbstverständlich zum Alltag. Ob als kleine Belohnung, Zeichen der Zuneigung oder Trainingshilfe – Snacks für Katzen sind allgegenwärtig. Doch immer wieder stellt sich die Frage: Tun Leckerlis meiner Katze wirklich gut oder schaden sie langfristig ihrer Gesundheit?
Die kurze Antwort lautet: Es kommt darauf an.
Auf die Art des Leckerlis, die Menge, die Zusammensetzung – und auf die Katze selbst.
In diesem Artikel erfährst du: wann Leckerlis sinnvoll sind, wo Risiken lauern, welche Inhaltsstoffe problematisch sind, wie viele Snacks wirklich okay sind, und welche gesunden Alternativen es gibt.
Dies sind nur grobe Richtlinien, Katzen sind individuell und können unterschiedliche Bedürfnisse haben. Sprich es bei Besonderheiten bitte mit deinem Tierarzt ab.
Leckerlis erfüllen für viele Katzenhalter mehrere Zwecke:
Belohnung bei gewünschtem Verhalten
Vertrauensaufbau, besonders bei scheuen Katzen
Beschäftigung (z. B. in Intelligenzspielzeugen)
emotionale Bindung zwischen Mensch und Tier
Problematisch wird es erst dann, wenn Snacks:
unkontrolliert gegeben werden
qualitativ minderwertig sind
oder das Hauptfutter verdrängen
Aus verhaltensbiologischer Sicht ist klar:
Katzen reagieren sehr gut auf positive Verstärkung, insbesondere, wenn sie futterbasiert ist.
Leckerlis können sinnvoll sein, wenn sie:
hochwertig sind
sparsam eingesetzt werden
nährstofflich sinnvoll zusammengesetzt sind
und nicht mehr als 5–10 % der täglichen Kalorien ausmachen
Sie sollten niemals:
Hauptmahlzeiten ersetzen
als Dauerfutter dienen
aus „Mitleid“ oder Langeweile gegeben werden
Das ist einer der wichtigsten Punkte – und wird am häufigsten falsch gemacht.
Maximal 5–10 % der täglichen Kalorienzufuhr
Beispiel:
Durchschnittskatze (4–5 kg): ca. 200–250 kcal/Tag
Davon Snacks: max. 10–20 kcal
Das entspricht je nach Produkt:
2–5 kleinen Leckerlis
oder 1 kleinen Portion gefriergetrocknetem Fleisch
Mehr als das kann langfristig zu:
Übergewicht
Nährstoffungleichgewichten
Futterverweigerung beim Hauptfutter
führen.
Nicht jedes Produkt, das als „Katzensnack“ verkauft wird, ist auch gesund.
Zucker & Karamell
Getreide (Weizen, Mais, Soja)
pflanzliche Nebenerzeugnisse
künstliche Farb- & Aromastoffe
Propylenglykol
Salz in höheren Mengen
Gerade günstige Leckerlis bestehen oft zu:
weniger als 30 % tierischen Bestandteilen
viel Füllstoff
und kaum verwertbaren Nährstoffen
Für Katzen als obligate Karnivoren ist das nicht artgerecht.
mindestens 80–100 % tierische Zutaten
eine kurze, transparente Zutatenliste
keinen Zucker
kein Getreide
idealerweise nur eine Proteinquelle
gefriergetrocknetes Fleisch
schonend luftgetrocknete Snacks
reines Muskelfleisch oder Herz
den Hauptbestandteil ausmachen
gut verdaulich sein
tierischen Ursprungs sein
Ja, absolut – wenn richtig angewendet.
Leckerlis eignen sich gut für:
Clickertraining
Medical Training (Transportbox, Tierarzt)
mentale Auslastung
Angstabbau
Wichtig:
sehr kleine Portionen
hoher Belohnungswert
gezielt einsetzen, nicht inflationär
Ein Mini-Snack mit hoher Qualität wirkt besser als fünf minderwertige.
geringerer Energieverbrauch
höheres Risiko für Übergewicht
Snacks sehr sparsam dosieren
höherer Kalorienverbrauch
mehr Bewegung
Snacks etwas flexibler möglich
Aber auch hier gilt:
Qualität schlägt Menge – immer.
Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, sind diese Optionen ideal:
gekochtes Hühnerfleisch (ungewürzt)
kleine Stücke Rind oder Pute
Herz oder Leber (sehr sparsam!)
Futterspiele mit dem normalen Nassfutter
Schleckmatten
Suchspiele
So reduzierst du Snack-Mengen, ohne auf Belohnung zu verzichten.
Leckerlis für Katzen sind weder grundsätzlich gut noch schlecht.
Sie sind:
sinnvoll als Ergänzung
hilfreich im Training
positiv für die Bindung
Aber nur, wenn sie:
hochwertig sind
sparsam gegeben werden
das Hauptfutter nicht verdrängen
Die größte Gefahr liegt nicht im Leckerli selbst, sondern in Menge und Qualität.
Hier gehts zu den Grundlagen der Katzenernährung
Und hier zum Vergleich zwischen Nass- und Trockenfutter
Du hast es bis nach unten geschafft!
Wieder nach oben?