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Gerade für neue Hundebesitzer ist die Wahl des richtigen Futters oft überwältigend. Nassfutter, Trockenfutter, kaltgepresst, getreidefrei – die Begriffe häufen sich, klare Antworten fehlen.
Dieser Artikel richtet sich bewusst an unerfahrene Hundehalter und erklärt Schritt für Schritt, was Nass- und Trockenfutter wirklich unterscheidet, welche Risiken es gibt und wie du eine gute Entscheidung für deinen Hund triffst.
Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel dient der Aufklärung und ersetzt keine individuelle Beratung durch Tierärzte oder zertifizierte Ernährungsberater.
Bevor wir Futterformen vergleichen, ist ein Basisverständnis entscheidend.
Hunde gehören biologisch zu den Carnivoren mit omnivorer Anpassung.
Das bedeutet:
Sie benötigen tierisches Protein als Hauptbestandteil, können aber begrenzte Mengen pflanzlicher Nahrung verwerten.
Protein (Eiweiß):
Baut Muskeln, Organe und das Immunsystem auf.
Richtwert: 18–25 % der Trockensubstanz (Erwachsene Hunde).
Fett:
Liefert Energie und unterstützt Haut & Fell, ca. 8–15 %
Kohlenhydrate:
Keine Pflicht, aber als Energiequelle nutzbar.
Nur gut verdauliche Quellen (z. B. Reis)
Wasser:
Oft unterschätzt – lebenswichtig.
Hunde sollten ständig Zugang zu frischem Wasser haben
Fleisch oder tierischen Nebenerzeugnissen
Wasser, Brühe oder Gelee
geringen Anteilen pflanzlicher Zutaten
Feuchtigkeitsgehalt: ca. 70–80 %
Weiche Konsistenz
Starker Geruch → hohe Akzeptanz
Viele Hunde trinken zu wenig. Nassfutter kann helfen, den täglichen Wasserbedarf zu decken – besonders wichtig für:
ältere Hunde
Hunde mit Nieren- oder Harnproblemen.
Studien zeigen, dass eine erhöhte Feuchtigkeitsaufnahme das Risiko von Harnsteinen senken kann (Quelle: Markwell et al., Journal of Nutrition, 1999)
intensiver Geruch
weiche Textur
leichter zu fressen
Darum auch ideal bei Krankheit oder nach Operationen.
Ein weit verbreiteter Mythos:
„Nassfutter schädigt die Zähne mehr als Trockenfutter.“
Aber Fakt ist:
Beide reinigen die Zähne nicht ausreichend. Zahnpflege muss immer aktiv erfolgen.
Problematisch bei Billig-Nassfutter:
Zucker oder Karamell (Geschmacksverstärker)
undefinierte „tierische Nebenerzeugnisse“
künstliche Aromastoffe
Laut Studien können Zusatzstoffe langfristig das Risiko für Übergewicht und Stoffwechselprobleme erhöhen.
(Quelle: European Pet Food Industry Federation – FEDIAF)
Trockenfutter wird erhitzt und gepresst (Extrusion) oder kaltgepresst.
Feuchtigkeit: nur 8–10 %
Hohe Energiedichte
Lange Haltbarkeit
leicht zu lagern
einfach zu portionieren
gut für strukturierte Fütterungspläne
günstiger pro Kalorie
weniger Futtermenge nötig
Hunde mit Trockenfutter müssen aktiv trinken.
Viele tun das nicht ausreichend → Risiko für:
Nierenbelastung
Harnsteine
Häufige Probleme:
hoher Getreideanteil
minderwertige Proteine
Zuckerzusätze
Studien zeigen eine Korrelation zwischen trockener Ernährung und reduzierter Urinmenge
(Quelle: Buckley et al., Veterinary Clinics, 2011)
Nassfutter ist oft besser, wenn dein Hund:
wenig trinkt
Zahnprobleme hat
sehr wählerisch ist
Trockenfutter kann sinnvoll sein, wenn dein Hund:
gesund & aktiv ist
gut trinkt
ein stabiles Gewicht hat
Nass- und Trockenfutter können beide Teil einer gesunden Ernährung sein.
Entscheidend sind:
Qualität
richtige Menge
Anpassung an deinen Hund
Hier gehts zu den Grundlagen der Katzenernährung
Und hier zu den basics der Hundeernährung
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