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Immer mehr Katzenhalter beschäftigen sich mit BARF – also roher, biologisch artgerechter Fütterung. Die Idee klingt logisch: rohe Zutaten, kein Industrieprodukt, maximale Kontrolle über das Futter. Doch ist BARF für Katzen wirklich die beste Ernährung – oder birgt sie unterschätzte Risiken?
Katzen sind obligate Fleischfresser mit sehr spezifischen Nährstoffanforderungen. Schon kleine Fehler in der Zusammensetzung können langfristig gravierende gesundheitliche Folgen haben. Gleichzeitig berichten viele Halter von glänzendem Fell, besserer Verdauung und höherer Vitalität. BARF polarisiert – auch unter Tierärzten.
In diesem Artikel erfährst du was BARF für Katzen genau ist, wie es umgesetzt wird, welche Chancen und Risiken bestehen und für wen diese Fütterungsform wirklich sinnvoll ist.
BARF steht für „Biologisch Artgerechtes Rohes Futter“ und orientiert sich an der natürlichen Beute einer Katze.
Nachbildung einer Maus (Beutetierprinzip)
Versorgung mit allen essenziellen Nährstoffen
Verzicht auf industrielle Verarbeitung
Eine typische Beute besteht aus:
Muskelfleisch
Innereien
Knochen
Fett
kleinen Mengen Mageninhalt
BARF ist keine einfache Rohfleischfütterung, sondern ein Nährstoffkonzept.
Hauptproteinquelle
z. B. Huhn, Rind, Pute, Kaninchen
Liefert essenzielle Aminosäuren
Fein gewolfte Knochen oder
Eierschalenmehl / Calciumcarbonat
Ziel: korrektes Calcium-Phosphor-Verhältnis (ca. 1,1–1,2 : 1)
Tierisches Fett
Lachsöl oder Fischöl (Omega-3)
Leber (Vitamin A)
Herz (Taurin!)
Niere, Milz
⚠️ Über- oder Unterdosierung ist hier besonders kritisch.
Taurin (mind. 500–1.000 mg pro kg Futter)
Vitamin E
Jod (z. B. Seealgenmehl)
ggf. Vitamin B-Komplex
❗ Ohne Supplemente ist BARF nicht bedarfsdeckend.
Mehr über die Nährstoffe, welche eine Katze braucht, gibt es hier.
Viele Katzenhalter entscheiden sich für BARF, weil:
sie volle Kontrolle über Zutaten haben
keine Zusatzstoffe enthalten sind
sie industriellem Futter misstrauen
Katzen das Futter oft sehr gerne fressen
Das sind nachvollziehbare Beweggründe – aber sie erzählen nicht die ganze Geschichte.
Sehr hoher Fleischanteil
Kaum Kohlenhydrate
Entspricht dem natürlichen Beuteschema
Intensive Gerüche
Natürliche Konsistenz
Besonders bei wählerischen Katzen beliebt
Du weißt genau, was im Napf landet
Keine versteckten Zucker oder Füllstoffe
Bei korrekt umgesetztem BARF berichten Halter oft von:
glänzenderem Fell
besserer Verdauung
weniger Kot
stabilerem Gewicht
Hier wird es wichtig, ehrlich zu sein.
Studien zeigen:
Ein Großteil selbst erstellter BARF-Rationen ist nicht bedarfsdeckend
Häufige Mängel:
Taurin
Calcium
Vitamin D
Jod
Mängel zeigen sich oft erst nach Monaten oder Jahren.
Katzen können Taurin nicht selbst synthetisieren.
Ein Mangel kann führen zu:
Herzmuskelerkrankungen
Netzhautschäden
Unfruchtbarkeit
Immunschwäche
Rohes Fleisch allein reicht nicht aus.
Rohes Fleisch kann enthalten:
Salmonellen
Campylobacter
E. coli
Risiko besonders hoch:
bei Kitten
bei immungeschwächten Katzen
für Menschen im Haushalt
Strenge Küchenhygiene ist Pflicht.
BARF bedeutet:
Planung
Berechnung
Supplementierung
Lagerung
regelmäßige Anpassung
„Einfach mal roh füttern“ ist keine BARF-Ernährung.
du bereit bist, dich intensiv einzuarbeiten
du mit Nährstoffrechnern arbeitest
du regelmäßig Rezepte überprüfst
deine Katze gesundheitlich stabil ist
du Anfänger ohne Zeit bist
du keine Supplemente einsetzen willst
du unsicher im Umgang mit Rohfleisch bist
deine Katze spezielle Erkrankungen hat
Hier wird es wichtig, ehrlich zu sein.
Kriterium
BARF
Nassfutter
Artgerecht
Nährstoffsicherheit
geringer Aufwand
Hygiene-Risiko
Alltagstauglich
Artgerecht
BARF
Nassfutter
5/5
4/5
Nährstoffsicherheit
BARF
Nassfutter
2/5
5/5
Aufwand
BARF
Nassfutter
1/5
4/5
Hygiene-Risiko
BARF
Nassfutter
2/5
5/5
Alltagstauglich
BARF
Nassfutter
1/5
4/5
➡️ Für viele Katzenhalter ist hochwertiges Nassfutter der sicherere Kompromiss.
Keine Supplemente
Zu viel Leber
Falsches Calcium-Phosphor-Verhältnis
Zu einseitige Proteinquellen
„Gefühltes“ statt berechnetes BARF
Ja – und sie sind oft unterschätzt:
Hochwertiges Nassfutter mit hohem Fleischanteil
Monoprotein-Futter
Nassfutter + gezielte Ergänzungen
Teil-BARF (z. B. 1–2 Mahlzeiten pro Woche)
Artgerecht heißt nicht automatisch roh.
BARF kann eine sehr artgerechte Ernährungsform sein – wenn sie korrekt umgesetzt wird.
In der Praxis scheitert BARF jedoch häufig an:
fehlendem Wissen
ungenauer Supplementierung
unterschätzten Risiken
Für die meisten Katzenhalter ist hochwertiges Nassfutter die sicherere und alltagstauglichere Wahl.
BARF ist kein Muss – sondern eine Option für sehr engagierte Halter.
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